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Nachruf vom 22. Mai 2009

HAGENER FRIEDENSZEICHEN trauert um den Künstler Heinz Richter

Heinz RichterDie Mitglieder des Vereins HAGENER FRIEDENSZEICHEN trauern um den Künstler und Friedensaktivisten Heinz Richter. Er gehörte zu den Gründern der Friedensgruppe, und mit dem ins Pflaster des Ebertplatzes eingelassenen Friedenszeichen gab er ihr den Namen. Hier hatten sich in den Tagen des Irak-Kriegs zu Beginn der 90er Jahre monatelang Menschen zusammen gefunden, um gegen den Krieg zu protestieren. Heinz Richter und seine Frau Emmi gehörten dazu, regelmäßig kamen sie aus Lüdenscheid nach Hagen zu dem Kreis aus Kerzen, der seine Spuren auf dem Pflaster hinterließ.


Krieg war für Heinz Richter (Jahrgang 1924), in den sich die Schrecken des Zweiten Weltkriegs tief eingebrannt hatten, ein entsetzliches Verbrechen. Massenmord nannte er es auf seinem Hagener Friedensbanner, das 18.000 Menschen unterzeichnet haben. Mit künstlerischen Mitteln warnte und mahnte er, forderte er zum Engagement auf, und sei es durch eine Unterschrift.

Heinz Richter hat Spuren in Hagen hinterlassen. Er hat der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern zwei Mahnmale geschenkt: das Friedenszeichen (das zurzeit wegen der Umbauten an der Hohenzollernstraße/Ebertplatz auf seine Wiederherrichtung wartet) und das Mahnmal für Zwangsarbeiter und Deserteure, das am 8. Mai 2000 gegenüber der Synagoge eingeweiht wurde.


Im Zuge der Auseinandersetzung um dieses Mahnmal konzipierte er die Ausstellung "Die Wehrmacht - das Schwert der Nazis", die in ganz Nordrhein-Westfalen und zwei Mal in Hagen gezeigt wurde. Sie regte zu heftigen Debatten an, zur Auseinandersetzung mit deutscher Vergangenheit, sie brachte vielen Schulklassen Geschichte nahe. Seine eigenen Ausstellungen nutzte er immer wieder, leidenschaftlich auf sein Anliegen - die Erhaltung des Friedens - hinzuweisen. Das Hagener Friedensbanner begleitete ihn auf allen seinen Ausstellungen und war Teil seiner Installationen.


Mit Heinz Richter verliert Hagen einen streitbaren Freund, einen Friedenskämpfer im wahrsten Sinne des Wortes. Das Mahnmal für Zwangsarbeiter und Deserteure wird in Hagen an ihn erinnern. Und an dem Friedenszeichen versammeln sich an Tagen kriegerischer Bedrohung immer wieder Menschen um zu mahnen: Krieg ist kein Mittel der Politik. Er löst keine Probleme. Krieg ist ein Verbrechen. Und dabei werden sie an Heinz Richter denken.



Heinz Richter am Mahnmal

Bild: Heinz Richter (links) vor dem Mahnmal für Zwangsarbeiter und Deserteure, das er geschaffen hat.



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